Beiträge für eine Lebendige Streitkultur in Karlsruhe

Refugees

Mehr als nur ein Sport

Jenseits von Großevents kann Fußball verbinden

Integration ist Teamarbeit (Foto: Ali Saadatmandi)

Unter den Geflüchteten, die in Deutschland ankommen, sind auch viele Jugendliche ohne Begleitung. Das Parzival-Zentrum in Karlsruhe Hagsfeld, das mehrere staatlich anerkannte Schulen in freier Trägerschaft beherbergt, betreut bis zu 160 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge, die oft schwer traumatisiert sind von Kriegs- und Fluchterlebnissen und der Trennung von ihren Familien. Für die Betreuungsangebote wird auf Kooperationen mit Betrieben und Vereinen gesetzt. Eines davon ist Fußball. Bei einem Projekt mit dem nahegelegenen ASV Hagsfeld wird einmal pro Woche vormittags Fußball gespielt. Zwischen 15 und 30 Jugendliche nehmen regelmäßig teil. Die 14-16 Jährigen der Flüchtlingsklassen, welche an der Freien-Parzival-Berufsschule angesiedelt sind, kommen aus verschiedenen Ländern, unter anderem Gambia, Afghanistan, Syrien und Irak. Das Angebot, bei dem sie sich einlassen und Beziehungen aufbauen können, werde sehr willkommen geheißen, berichtet der stellvertretende Schulleiter Thomas Bender. „Es tut gut zu sehen, wie die Jugendlichen auf dem Platz den Kopf frei bekommen.“ Während des Spiels seien die Traumata und die Gedanken an die zurückgelassenen Familien weg. „Es ist nicht nur reiner Fußball, sondern Therapie“, so Bender weiter.

Unterstützt von einem Mitarbeiter des Badischen Fußballverbands (bfv) und LehrerInnen der Parzivalschule leitet ASV Trainer Ali Saadatmandi das Training mit den Jugendlichen. Er sagt: „Die Jungs sind super glücklich. Während dem Training spielt es keine Rolle mehr, woher sie kommen. Es geht nur noch darum, den einen Ball ins Tor zu bringen.“ Das sei, was ihn an dem Projekt fasziniere und er habe selber die Erfahrung gemacht, wie schwer es ist, sich in einem neuen Umfeld zu integrieren. Aus diesem Grund engagiert er sich auch für ein weiteres Projekt beim ASV, bei dem Flüchtlinge, die in Karlsruhe bleiben, in eine bestehende C-Jugend Mannschaft integriert werden. Das sei eine schwierige Aufgabe, nicht zuletzt, weil sich sogar die FIFA bei den Spielerlaubnissen für die Kreisliga quergestellt habe. Doch der Verein stehe hinter ihm und das Projekt zeige Erfolge. Spieler, die zuvor kein Wort Deutsch sprachen, fangen plötzlich an Deutsch zu sprechen und die anfänglich skeptischen, gegnerischen Teams seien mittlerweile neidisch auf die hinzugewonnene Spielstärke. Saadatmandi glaubt, dass sehr viele talentierte Spieler unter den Flüchtlingen sind. Zwar sei deren Integration viel Arbeit, aber dadurch würde auch die Qualität der Liga steigen. Er wünscht sich, dass mehr Vereine sich dafür einsetzen. Wenn alles glatt läuft, startet in der kommenden Saison sein neues Projekt mit einer A-Jugend Mannschaft, die nur aus Geflüchteten besteht.

Wer Projekte des Parzival-Zentrums unterstützen möchte, kann sich an das Sekretariat wenden: Parzivalstraße 1, 76139 Karlsruhe, info@parzival-schulzentrum.de.

Wer Fußballangebote initiieren, mitwirken oder mit Sachspenden helfen will, melde sich beim bfv: stefan.moritz@badfv.de.

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