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Druckschrift-Kurzinterview mit Francesca

Francesca (Foto: Laura Casado Goti)

Name: Francesca
Alter: 21
Herkunft: Costa Rica
Seit wann in Karlsruhe: 2014
Familienstand: ledig
Aktuelle Tätigkeit: Architekturstudium und studentische Hilfskraft in einem Architekturbüro

Warum lebst Du in Karlsruhe?

Mein Vater ist Franzose, meine Mutter Costaricanerin und ich habe die doppelte Staatsangehörigkeit.

Ursprünglich wollte ich Architektur in Frankreich studieren, aber dort sind die Studiengebühren zu hoch. Dann habe ich in Stuttgart sechs Monate als Au-Pair Mädchen verbracht, um die Sprache zu lernen und bin anschließend nach Karlsruhe gezogen, um hier zu studieren. Während ich als Kellnerin gearbeitet habe, habe ich einen Deutschkurs belegt. Seit Oktober 2015 studiere ich an der FH Architektur und arbeite als studentische Hilfskraft in einem Architekturbüro.

Was hast Du in deiner Heimat gemacht?

In Costa Rica habe ich eine französische Schule besucht und das Baccalauréat, dass mir den Zugang zum Studium in Deutschland ermöglichte. Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich schon zwei Semester Architektur in Costa Rica studiert.

Hast du guten Kontakt zu KarlsruherInnen? Fühlst Du dich willkommen?

Ja, ich fühle hier wohl. Am Anfang habe ich die Deutschen als zurückhaltend erlebt. In Costa Rica gibt es  viele schnelle, oberflächliche Bekanntschaften. Hier dauert es länger, jemanden kennenzulernen, aber die Beziehungen gehen tiefer. Jedoch hatte ich eine negative Erfahrung mit einem ehemaligen Vermieter. Er war rassistisch, hat meinen Freund und mich sehr abgelehnt und uns um die Kaution betrogen.

Was war Dein ungewöhnlichstes Erlebnis in Karlsruhe?

In Costa Rica sind wir sehr spontan, z.B. bei Besuchen. Hier braucht man eine „formelle“ Verabredung, am besten eine Woche vorher! Allerdings habe ich das Verhalten schon übernommen und bin leider auch nicht mehr so spontan!

Welches deutsche Wort ist das komischste für Dich?

„Entschuldigung“ klingt in meinen Ohren nicht wirklich ernsthaft, ich finde es sogar lustig. Und die typischen zusammengesetzten Hauptwörter muss man sich zuerst im Kopf vorsagen, um sie aussprechen zu können.

Was für Empfehlungen würdest Du MigrantInnen geben, die vor kurzem nach Karlsruhe gekommen sind?

Das landestypische Essen und die Getränke probieren! Nicht die vielen Brotsorten vergessen! Mein Vater war früher Koch und Essen spielt in meiner Familie eine wichtige Rolle. Wenn man die deutsche Sprache beherrscht und pünktlich ist, läuft alles gut!

Was wissen die KarlsruherInnen über Deine Heimat?

Nicht viel. Man weiß, dass das Klima tropisch ist. Seit der Fußball-WM kennt man zumindest unsere Nationalmannschaft. Und seit der Aufdeckung der Panama-Papers kennt man wenigstens eine von unseren Landesgrenzen.

Was gefällt Dir in Karlsruhe besonders?

Ich liebe den Schlossgarten im Sommer. Karlsruhe hat ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot, z.B. viele Museen. Mir gefällt auch, dass man Alles gut mit dem Fahrrad erreichen kann.

Was würdest Du aus deiner Heimat nach Karlsruhe ,,importieren“?

Die Gelassenheit der Menschen. In Costa Rica lehnt man sich zurück und sucht nicht verbissen eine Lösung für Probleme. Und die Sonne würde ich natürlich hierher importieren.

Was für einen Traum möchtest Du dir in Karlsruhe erfüllen?

Ich möchte hier mein Bachelor-Studium absolvieren, bin aber zu jung, um genaue Pläne zu machen. Ich möchte noch mehr von der Welt sehen und Erfahrungen sammeln. Und vielleicht komme ich irgendwann wieder zurück.

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