Beiträge für eine Lebendige Streitkultur in Karlsruhe

Stadtleben

UPS: Urbanes Projekt Strohbau

Preiswertes, ökologisches und schönes Wohnen statt moderner Menschenhaltung

Modell der UPS Bebauung, nördlich der Nancy Straße (Entwurf: Reinhard Singer und Margot Schultz)

Wie kommen Menschen darauf, ein Wohnprojekt für ca. 250 Menschen aus Stroh, Holz und Lehm zu planen? Die Antwort der UPSopist*innen, einer Gruppe Karlsruher Bürger*innen lautet: „Es gibt keinen Lebensbereich mehr, in dem wir uns noch ein „Weiter so!“ leisten können. Wir alle sind aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Gründen gefordert, uns Gedanken über die Art zu machen,  wie wir jetzt und zukünftig leben wollen. Wohnprojekte wie UPS sind ein Beitrag zur Lösung der  drängenden Probleme.“

Kostengünstig und nachhaltig wohnen

Hinsichtlich der ökologischen Koordinaten schneidet Stroh – ein inzwischen zertifiziertes Baumaterial – hervorragend ab. Damit können Häuser in Passivhaus-Qualität gebaut werden, ohne die dafür sonst übliche teure Haustechnik verwenden zu müssen. Heizen oder Kühlen wird erst bei extremen Temperaturen notwendig.  Dach- und Vertikalbegrünung sowie Gemeinschaftsgärten dienen sowohl der für das städtische Klima so notwendigen Luftfilterung als auch dem Wassermanagement bei Starkregen-Ereignissen.  Zudem isolieren begrünte Dächer zusätzlich von oben und bieten  neuen Lebensraum für Insekten.

Der Preis für den Neubau mit Stroh liegt ohne Grundstück bei ca. 1.500 € pro qm.   Zudem planen die UPSopist*innen ein Finanzierungsverfahren, das von Erbpacht über zinseszinslose Darlehen reicht. Sie beabsichtigen auf diese Weise, aus eigener Kraft in genossenschaftlicher Form sozialen Wohnraum zu schaffen. Hierzu greifen sie auf das Fachwissen der Mitglieder des Europäischen Strohballen Dachverbandes ESBA zurück.

Soziales Wohnen mit Stadtteilbezug

Im barrierefreien UPS soll eine möglichst breite soziale und altersmäßige Durchmischung – auch von Lebensstilen und Wohnformen geben, um den eigentlich selbstverständlichen, aber dennoch selten gewordenen sozialen Zusammenhalt zu fördern. Aus diesem Grund soll ein Teil des Projekts aus Gemeinschaftsräumen bestehen, die zugleich Anreiz und Möglichkeit der Begegnung und gemeinsamer Aktivitäten in Werkstätten, Büros, Spielräumen und vielen anderen bieten. Durch eine offene Wegeplanung und Einrichtungen wie Kita, Pflegehaus, Gästehaus, Cafeteria, Kultur- und Kommunalhaus, Atelier-Wohnungen und einen Gewerbebereich für alle Karlsruher*innen, wird von vorneherein der Stadtteil miteinbezogen und eine Inselentwicklung vermieden.

Ein Projekt mit Hindernissen

Ein geeigneter Bauplatz, der ehemalige Exerzierplatz der Franzosen an der Kussmaulstraße, der dem Land Baden-Württemberg gehört, lag bis dato noch brach. Just mit der Anfrage durch UPS steht er nun auch bei der Karlsruher Verwaltung im Fokus. Jetzt solle erst einmal ein Bebauungsplan erstellt werden – angeblich mit breitem Bürger*innenbeteiligungsprozess. Unter dem offensichtlichen Druck der Versäumnisse im sozialen Wohnungsbau der letzten Jahrzehnte scheint die Bebauung jedoch schon fest zu stehen. So heißt es von der Partei „Die Grünen“ (Gemeinderat) auf Anfrage von UPS, das Land verkaufe nur an städtische Träger und unter der Auflage, dort „sozialen Wohnungsbau“ zu realisieren. Baudezernent Obert schreibt, dass man aufgrund der zentralen Lage von einer höheren Bebauungsdichte ausgehe.

Zentralisierung anstatt sozialer Deeskalation lautet also die Devise. Und während die Stadt für die kleinste U-Bahn der Welt scheinbar unerschöpfliche Kapazitäten hat, bekommt das Projekt für die europaweit größte urbane Strohbausiedlung, das sowohl ökologisch als auch gesellschaftlich modellhaft und zukunftsweisend ist, vermutlich keine Chance.

UPS: Urbanes Projekt Strohbau

Mit dem Urbanen Projekt Strohbau ist ein sozial-ökologisches-kulturelles Wohnprojekt geplant, das ca. 250 + Menschen ein Zuhause geben soll. In maximal 3-stöckiger Holzständer-Bauweise, die mit Baustroh-Ballen gefüllt und außen und innen mit Lehm verputzt wird, soll bezahlbarer Wohnraum sowohl in den Entstehungskosten als auch in den anschließenden Betriebskosten entstehen.

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