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Stadtleben

Jugendliche treten für den Verbleib des NCO-Clubs ein

Durch die Privatisierung des “Areal-C“ ist das Jugendzentrum gefährdet

Beim Mashody-Festival des NCO-Clubs im Juni 2014 (Foto: NCO-Club NCO-Club Jugendtreff)

Ein herrlicher Frühlingstag geht zu Ende. In meinem Rücken geht langsam die Sonne unter. Mir gegenüber sitzen Raffi und Philipp und sie blicken auf die weiten freien Flächen des Flugplatzes in der Karlsruher Nordstadt.

Wir befinden uns auf dem Außengelände des NCO-Clubs und sprechen über mögliche Konsequenzen, die sich aus der Privatisierung des angrenzenden „Areal-C“ ergeben können. Denn noch nehmen sie das vom Stadtjugendausschuss unterhaltene Jugendzentrum mit angeschlossenem Schülerhort als einen großen, ja als ihren Freiraum wahr. Hier können sie und andere Jugendliche Ideen in die Tat umsetzen, sich ausleben und ausprobieren. Sie erzählen, dass über 500 Kinder und Jugendliche die Angebote des NCO-Clubs nutzen oder eigene Projekte auf die Beine stellen. Weit über die Nordstadt hinaus sei der NCO-Club der wichtigste Treffpunkt der Jugend- und Sportszenen für Parkour, Tricking und BMX-Fahren. Der Kontakt mit den Kindern aus der benachbarten Flüchtlingsunterkunft ist für die beiden so selbstverständlich, dass sie es fast nicht erwähnten.

Doch seit dem Verkauf des „Areal-C“ an einen privaten Investor sind sie in Sorge. Denn obgleich der NCO-Club auf städtischen Grund steht, ist nicht ausgeschlossen, dass sie das Gelände räumen oder Einschränkungen bei der Nutzung des Außengeländes hinnehmen müssen. Schließlich hat die Stadt einen Verkauf des auch für den Investor überaus interessanten Geländes bislang nicht explizit ausgeschlossen. Als Aktive des Jugendzentrums haben sie daher gemeinsam mit anderen in den vergangenen Monaten an den öffentlichen Versammlungen mit dem Investor des „Areal-C“ und den von der Stadt organisierten Workshops teilgenommen. In großer Zahl vertreten, haben sie dort ihrer Forderung nach dem Verbleib des NCOClubs am bisherigen Standort ohne jede Nutzungseinschränkung Gehör verschafft. Außerdem sind sie nicht stimmberechtigte Mitglieder der Jury des Ideenwettbewerbs für die Zukunft der Nordstadt, der einen ersten Rahmen für die weiteren Planungen aufzeigen soll. Sie versichern mir, dass sie nicht locker lassen werden, bis der Verbleib des NCO-Clubs erreicht ist. „Denn sonst würden wir einen Teil unserer Freiheit verlieren“, sagen beide übereinstimmend zum Abschied. (jk)

 

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