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Stadtleben

Neureut-Heide wehrt sich gegen den Bau eines Waschparks

Bürgerinitiative Lebenswerter Lorbeerweg und Bocksdornweg

Protest gegen eine Auto-Waschstraße in Neureut (Foto: Beate Wolf)

An der Linkenheimer Landstraße, Ecke Lorbeerweg in Neureut- Heide ist der Bau eines riesigen Waschparks der Firma EFA-Ley GmbH geplant. Auf über 5.000 Quadratmetern soll eine Halle von sechs Metern Höhe, einer Länge von 60 Metern und rund 35 Metern Breite gebaut werden. Direkt neben einer Wohnbebauung soll eine zweispurige Einfahrt entstehen. Am Tag sollen hier 800 Autos durchfahren, an Spitzentagen bis zu 1.200 Autos.

Das Vorhaben wurde von den BürgerInnen von Neureut-Heide mit Entsetzen aufgenommen. Im September 2014 haben sie daher eine Bürgerinitiative gegründet und per Petition innerhalb von 2 Wochen 750 Stimmen gegen das Bauvorhaben eingesammelt.

Die Stadtverwaltung verweigert das Gespräch

Jegliche Versuche mit dem Oberbürgermeister Herrn Dr. Mentrup ins Gespräch zu kommen, waren erfolglos. Von Bürgernähe keine Spur. In schriftlichen Einlassungen bezieht sich die Stadt Karlsruhe ausschließlich auf die verwaltungsrechtlichen Gegebenheiten. Denn tatsächlich hat die Stadt gemäß Bebauungsplan eine Handhabe, das Grundstück an einen Investor zu vergeben. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass der Lorbeerweg kein adäquater Platz für einen Waschpark dieser Größenordnung ist. Zu sehr würden die Gesundheit der AnwohnerInnen und besonders der vielen hier lebenden Kinder durch Abgase, chemische Substanzen sowie Lärmemissionen belastet.

Zwar weist der vor mehr als 40 Jahren aufgestellte Bebauungsplan das Grundstück als Gewerbegebiet und Teile des vorhandenen Wohngebietes als Mischgebiet aus. Die Bürgerinitiative stellt jedoch klar, dass sich das Mischgebiet de facto über die Jahre als reines Wohngebiet entwickelt hat, sich somit der vorgesehene Bau nicht konform zum Bebauungsplan in die Umgebung einpasst. Dass die Interessen der Anwohner seitens der Stadt Karlsruhe und der EFA Ley GmbH nicht wahrgenommen werden, zeigt sich auch daran, dass die Zufahrt zum Waschpark direkt an den Gärten der AnwohnerInnen geplant ist, so dass die An-und Abfahrt durch das Wohngebiet erfolgen muss.

Auch Bebauungspläne können geändert werden

Das betreffende Grundstück wurde durch wiederholte Tauschgeschäfte an den Investor Herrn Karle vergeben. Herr Karle tauschte ursprünglich sein Grundstück, das für die Nordabfahrt der Autobahn benötigt wurde, gegen ein Grundstück im Husarenlager. Dieses Grundstück in einem reinen Gewerbegebiet wurde allerdings von der Stadt nicht rechtzeitig zur Baureife gebracht, so dass erhielt Herr Karle in einem nochmaligen Tausch das Grundstück am Lorbeerweg erhielt. Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass die Integrationsfähigkeit ins bereits gewachsene Wohngebiet in keiner Weise geprüft wurde. Herr Karle wird das Grundstück mit dem Waschpark bebauen und diesen dann an die EFA-Ley GmbH verpachten.

Dass die Stadtverwaltung auch anders kann, wurde deutlich, als für den wünschenswerten Bau einer Kita kurzerhand der Bebauungsplan geändert wurde, um dort eine soziale Bebauung zur ermöglichen. Weshalb soll das nicht auch beim Grundstück am Lorbeerweg machbar sein? Eine Umwidmung des Gewerbegebietes in ein Mischgebiet würde schon helfen, denn dann wäre der Bau dieses Waschparks an dieser Stelle nicht möglich.

Veranstaltung 8. Juni 2015, 20:15 Uhr im Mikado, Kanalweg, KA-Nordstadt. Zur ersten Info-Veranstaltung im April 2015 kamen mehr als 100 AnwohnerInnen. Die Bürgerverein Heide und die Bürgerinitiative setzen weiterhin auf Öffentlichkeitsarbeit.

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