Beiträge für eine Lebendige Streitkultur in Karlsruhe

Stadtleben

Gegen Gewalt an Frauen und Kindern

Aktionsbündnis will Opfern in Karlsruhe nachhaltig helfen

Gewalt bleibt draussen (Foto: Peter Empl)

40 Prozent der Frauen in Deutschland erleben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt, so eine Mitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Eine erschreckende Zahl!

Die Stadt Karlsruhe hat gemeinsam mit aktiven Vereinen und Verbänden viel für die betroffenen Frauen und Mädchen investiert und erreicht. Es konnten in den vergangenen Jahren neue notwendige Projekte konzipiert und geschaffen werden. Diese Angebote sind im jetzigen Umfang unverzichtbar, leider reichen sie noch immer nicht aus. Und sie kosten Geld!

Vernetzung und Stärkung unterschiedlicher Projekte für Frauen

Um eine Brücke zwischen den Karlsruher Projekten und Frauenorganisationen zu bauen und diese durch ein Bündnis zu stärken, wurde die Idee eines Aktionsbündnisses „Gegen Gewalt an Frauen“ geboren.

Uns eint der Wunsch, durch eine möglichst sichtbare, aktive und starke Vernetzung das Leid der betroffenen Frauen und Kinder zu lindern und ihnen Wege aus ausweglos scheinenden Situationen aufzuzeigen.

Das gemeinsame Anliegen ist es, mittelfristig den Initiativen und Organisationen, die sich gegen Gewalt an Frauen engagieren, Nachdruck und Nachhaltigkeit in der Stadtgesellschaft zu verleihen. Dabei geht es primär um die Hilfe im Notfall, keine leichte Aufgabe, da das Thema in starkem Maß schambesetzt ist. Es lohnt sich aber Hilfe zu suchen, für sich selbst oder für die Nachbarin, die Kinder in der Klasse der eigenen Kinder etc. Gelingt es, diese Schwelle zu überwinden, müssen dann aber auch personell ausreichend ausgestattete Institutionen vorhanden sein, die tatkräftig Unterstützung bieten können.

Bei der Gründung des Aktionsbündnisses am 23.6.2016 waren ganz unterschiedliche Institutionen vertreten: Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Frauenorganisationen (AKF), Autonomes Frauenhaus, Frauenberatungsstelle Karlsruhe (Verein zum Schutz misshandelter Frauen und deren Kinder e.V.), Beratungsstelle für Prostituierte, Bündnis 90 / Die Grünen, Pro Familia, Sozialdienst katholischer Frauen und das Frauenhaus des SkF, Soroptimist International, SozPädAl, Verein für Jugendhilfe (VfJ), Wildwasser und Zonta.

Appell an die Gemeinderät*innen gegen Etatkürzungen

Frauen und Kinder, die von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen sind, brauchen eine starke Lobby. Es ist daher die Aufgabe von uns Allen, die Verantwortung für ihre Interessen und ihren Schutz zu übernehmen. Das Aktionsbündnis wurde deshalb mit einem Appell an die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen der Stadt Karlsruhe aktiv.

Am 9. August 2016, vor der Haushaltsabstimmung im Karlsruher Gemeinderat, erinnerten wir an die gemeinsame Verantwortung für den Schutz von Frauen und Kindern, die von Gewalt betroffen sind und an die Wahrung ihrer Interessen. Von den Etatkürzungen waren dennoch nahezu alle engagierten Vereine und Organisationen betroffen. Ihre Finanzierung muss aber auch in Zukunft gesichert sein! Wir halten jede Kürzung bei der Arbeit gegen Gewalt an Frauen und Kindern für kein vertretbares Mittel zur Haushaltskonsolidierung!

Ziel des Aktionsbündnisses ist es, weiterhin auf die Situation von Frauen und Kindern in Gewaltsituationen aufmerksam zu machen und ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Den Internationalen Frauentag am 8. März wird das Aktionsbündnis nutzen, um sich und seine Ziele vor dem Bürgersaal zu präsentieren.

 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

*

Beiträge zum Thema Stadtleben

Rechte Randnotizen

Unscheinbar aber wirkungsvoll Die selbsternannte „Identitäre Bewegung“ ist eine der Gruppen, die

Braune Flecken

Nazis in Karlsruhe. Vielleicht ist es Wenigen bekannt aber es gibt sie
Nach oben