Beiträge für eine Lebendige Streitkultur in Karlsruhe

Stadtleben

Wochen gegen Rassismus

Nur noch jedes zweite Jahr

Plakat der Wochen gegen Rassismus

Die „Wochen gegen Rassismus“ sollen in Karlsruhe künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Diese Information nahm der Vorsitzende des deutsch-afrikanischen Vereins „Stoffwechsel – Dialog und Projekte zur Förderung des Menschenrechts auf Bildung“, Werner Kerstin, zum Anlass, sich in einem offenen Brief an das zuständige Kulturamt zu wenden. Darin verwies er auf die gegenwärtige Situation in Karlsruhe – mit regelmäßigen Kundgebungen und Demonstrationen von Rechten Gruppierungen – in der die Zivilgesellschaft in besonderer Weise herausgefordert sei  „konkrete Beiträge gegen Sozial-, National-, Kriminal- und Radikalpopulismus zu leisten“. Die Karlsruher Zivilgesellschaft könne anti-rassistisches  Engagement nicht  im  Zweijahresrhythmus an das Kulturamt delegieren, denn es sei inakzeptabel die Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit von der Haushaltslage abhängig zu machen.

Dr. Susanne Asche, Direktorin des Kulturamts in Karlsruhe bestätigt auf Anfrage der Druckschrift, dass neben inhaltlichen Gründen, die Haushaltsstabilisierung Grund für die Änderung sei. Sie sei Teil einer „umfassenden Umstrukturierung der städtischen Festivals“ die vom Gemeinderat beschlossen wurde. Ab 2017 fänden die Wochen im jährlichen Wechsel mit den Europäischen Kulturtagen statt. Da diese ebenfalls gesellschaftspolitisch ausgerichtet sei, gäbe es jedes Jahr eine Auseinandersetzung mit entsprechenden Fragestellungen. Unabhängig davon widmen sich zahlreiche, vom Kulturamt geförderte Vorträge, Workshops und andere Formate dem Anliegen, „gegen Rassismus und für eine weltoffene Stadtgesellschaft einzutreten“ erklärt sie weiter.

Wochen gegen Rassismus

Der „Interkulturelle Rat in Deutschland“, Initiator der bundesweit stattfindenden „Wochen gegen Rassismus“ ist der Ansicht: „Aktuelle Studien zeigen eine alarmierende Situation bezüglich der Entwicklung rassistischer Einstellungen in Deutschland. Rechtsextremisten und Bewegungen wie PEGIDA schüren gegenwärtig Ängste und Hass gegen Flüchtlinge, Muslime, Roma und andere Minderheiten. Das widerspricht der Menschenwürde und den Menschenrechten.

Diesen Entwicklungen sollten wir entgegenwirken, aufklären und uns solidarisch zeigen.“ Die Wochen gegen Rassismus seien hierzu eine gute Gelegenheit.

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